Trotz eines erneuten Crash in China am Montag wo der Shanghai-Index nochmals über 5% abgeben musste, war der DAX gut unterwegs. Eine erste Gegenreaktion startete gleich ab 9 Uhr und ließ den DAX bis auf 9.963 Punkte steigen. Es sah aber eher danach aus, als wenn sich Leerverkäufer hier eindeckten. Wir können uns ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Fondsmanager unter diesen Umständen jetzt wieder Aktien im großen Umfang kaufen. Vor allem die institutionellen Investoren die gerade aus dem Urlaub zurückkommen werden steigende Kurse nutzen, um Aktien zu verkaufen. Es hat sich die letzten Tage nichts geändert. Die Schockwellen kommen weiter aus China und es dürften heute nicht die letzten gewesen. Gleichzeitig beginnt jetzt auch die Berichtssaison in den USA. Der starke Dollar dürfte einige Bilanzen verhagelt haben, womit das erste Quartal eher durchwachsen ausfallen wird. Vor allem der Blick auf das zweite Quartal wird die Märkte bewegen. Der Dax ist kurzfristig überverkauft und das führt dann auch zu kurzen Gegenreaktionen. Der Abwärtstrend ist aber weiter intakt und solange das so bleibt, muss man mit weiteren Rückschlägen bis 9.300 Punkten rechnen. Erst bei 9.300 Punkten sollte es eine Entscheidung bis zum Sommer geben.
Hella ist ein weltweit führender Automobilzulieferer. Der Konzern ist auf Lichtsysteme und Fahrzeugelektronik spezialisiert. Das Unternehmen agiert in den Bereichen Automotive, Aftermarket und Special Applications. Mit den Zahlen zum zweiten Quartal hat Hella gezeigt, dass die Geschäfte sehr gut laufen. In Geschäftsjahr 2014/15 hatte Hella bei einem Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro operativ 430 Millionen Euro verdient. Netto blieben 295 Millionen Euro über. Der operative Gewinn (Ebit) schrumpfte um acht Prozent auf 203 Millionen Euro. Der Lieferstopp eines chinesischen Herstellers von Kunststoffteilen hat Mehrkosten von 50 Millionen Euro verursacht. Hella rechnet aber im zweiten Halbjahr mit weniger Dynamik. Der Krieg in Syrien und die Russlandkrise und die schwache Entwicklung in den Sachwellenländern verunsichern zusehends. Gleichwohl bestätigte man aber das Umsatzziel mit einem mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Trotz des Kursaufschlags von Montag hat sich an der charttechnischen Lage nicht viel getan. Seit Anfang November 2015 ist Hella in einer Seitwärtskorrektur zu sehen. Die Obergrenze liegt bei 40,40 Euro und die Untergrenze bei 35,35 Euro. Dazwischen ist Niemandsland ohne klare Signale. Von daher drängt sich bei Hella auch kein Einstieg auf, denn dafür fehlt es in diesen Märkten an Volumen und Nachhaltigkeit. Dennoch erwarten wir 2016 den Ausbruch nach oben. Was man aber braucht ist Geduld.