Bis auf 10.294 Punkte ist es am Freitag im Tagestief mit dem DAX schon bergab gegangen, das war ein Minus von fast drei Prozent. Im Tageshoch hatte der deutsche Leitindex noch bei 10.596 Punkten notiert. Die hohe Schwankungsbreite zeigt, wie nervös die Marktteilnehmer sind. Mit dem Fall unter die technische Unterstützung bei 10.500 Punkten besteht aus technischer Sicht weiteres Abwärtspotenzial bis in die Region 9.900/10.100 Punkte. Die Bullen müssen deshalb hoffen, dass der Index zu Wochenbeginn wieder durchstartet. Es wird auch entscheidend sein, was Janet Yellen am Mittwoch tut. Erhöht sie die Zinsen, ist das für die europäischen Märkte gut, denn der Euro würde wieder verkauft werden was den DAX wieder nach oben katapultieren sollte. Lässt Janet Yellen aber alles wie es ist, wird der Dollar verkauft und der starke Euro würde auch dem DAX wieder zusetzen. Es hängt somit alles von der FED und ihren Handlungen ab, wie der DAX das Jahr beendet. Die letzten Arbeitsmarktdaten aus den USA würden eine Zinserhöhung rechtfertigen und 70% der Analysten erwarten auch eine Zinswende. Aber schon bei Mario Draghi hat man gesehen, dass Überraschungen zu starken Kursausschlägen führen können. Der Markt steht vor allem unter dem Eindruck des rasanten Verfalls der Ölpreise. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet mittlerweile weniger als 40 Dollar. Im Tagestief war der Preis schon bis auf 38,90 Dollar gefallen, das war der tiefste Stand seit Februar 2009. Ein schwacher Ölpreis wird am Markt als Hinweis für weltweite Konjunkturprobleme interpretiert. Am Donnerstag hatte die OPEC bekannt gegeben, dass ihre Fördermenge das höchste Niveau seit über drei Jahren erreicht habe.